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Buddhistisches Studium

Über Buddhismus

Vor etwa 2500 Jahren saß ein indischer Prinz, Siddhartha Gautama, friedlich an einem Ort bei Sarnath, der als Hirsch Park bekannt ist, und begann, einfache Lehren zu verbreiten, die auf seinen eigenen Erfahrungen beruhten. Diese Lehren, genannt der Dharma, was schlicht „Wahrheit“ bedeutet, enthielten praktische Anweisungen, wie man sich selbst vom Leiden befreit, indem man eine Verbindung zur alltäglichen Erfahrung des Lebens und des Geistes herstellt.

Weil seine Verwirklichung so tiefgründig war, wurde er als der Buddha, der „Erwachte“, bekannt, und seine Lehren als Buddhadharma. Sie stellen noch heute das Herzstück des Buddhismus dar. Nach den buddhistischen Lehren kann in jedem Menschen Weisheit und Mitgefühl erweckt werden. Und der von Generation zu Generation weiter gegebene praktische Weg, dieses Ziel zu erreichen ist, die Meditation, die Achtsamkeit und Gewahrsein zu entwickeln.

Buddhismus ist eine lebendige Tradition. Seine alte Weisheit ist heute ebenso relevant und nützlich wie in den Jahrhunderten seiner langen Geschichte, in der er als eine Reihe pragmatischer Anweisungen und Techniken, Gesundheit und Brillianz in uns und in unserer Welt zu kultivieren, übermittelt wurde.

 

Geschichtlicher Überblick

Der historische Buddha, Siddhartha Gautama, wurde um 560 vor unserer Zeitrechnung in Lumbini, ein Ort im heutigen Nepal, geboren. Er wuchs als Königssohn der Shakya Herrscher auf und war ein Meister in allen weltlichen Künsten seiner Zeit. Der Freuden des Palastlebens überdrüssig, unternahm er eines Tages Ausflüge in die Umgebung und sah dabei zum ersten Mal die Heimsuchungen von Alter, Krankheit und Tod, aber auch die Verheißungen des spirituellen Pfades. Im Wissen um die unausweichliche Vergänglichkeit und das Leiden im menschlichen Leben, verließ er im Alter von 29 Jahren sein Königreich, um spirituelle Weisheit zu erlangen.

Nach vielen Jahren des Studierens bei verschiedenen spirituellen Lehrern, erkannte Siddhartha, dass ihm weder weltliche Freuden noch strikte Entsagung Erfüllung bringen würden. Er wählte den mittleren Weg und nahm nach Jahren der Askese von einem Mädchen mit Namen Sujata eine Schale mit Milchreis an, um seinen Körper und Geist zu stärken. Anschließend setzte er sich an einem Ort, der als Bodh Gaya bekannt ist, unter einen Baum und gelobte, sich nicht eher zu erheben, bevor er nicht die Wahrheit über das Leben und den Tod ergründet hatte. Durch die Untersuchung der wahren Natur seines Körpers und seines Geistes erlangte er schließlich Erleuchtung - vollständiges Erwachen.

Buddhas Erkenntnis ist mit Begriffen wie Religion, Philosophie oder Psychologie nicht angemessen beschrieben. Es ist vielmehr eine Reise, eine Art der Lebensführung. Sie befähigt uns, die Dinge zu sehen wie sie sind, jenseits unserer Ego-Fixierung und fern der Aufruhr, die negative Emotionen in uns auslösen. Chögyam Trungpa nannte den Buddhistischen Pfad einmal eine „Reise ohne Ziel“, weil das Erkennen der wahren Natur der Dinge in jedem Augenblick möglich ist, zu jeder Zeit, an jedem Ort, gerade jetzt.

Der Buddha lehrte verschiedene Wege zur Befreiung vom Leiden. Gewöhnlich wird gesagt, dass er bei seinen Lehren nach der Verbundenheit und spirituellen Reife seiner Schüler differenzierte. So entwickelten sich unterschiedliche Überlieferungen des Buddhismus:

 

  • Hinayana („kleines Fahrzeug“). Sein Ideal ist die individuelle Befreiung des Menschen aus dem Kreislauf von Geburt, Alter, Krankheit und Tod.
  • Mahayana („großes Fahrzeug“). Hier ist das Ziel die Befreiung aller Lebewesen auf der Grundlage universellen Mitgefühls und der Untersuchung der wahren Natur der Wirklichkeit.
  • Vajrayana („diamantenes“ oder „unzerstörbares Fahrzeug“). Diese Lehren vermitteln eine Fülle geschickter Mittel zur raschen Verwirklichung.

Buddha lehrte diese verschiedenen Sichten ein einem einzigen Leben, so heißt es. Über die Jahrhunderte hinweg erschienen indes in Indien, wo der Buddhismus bis zum zwölften Jahrhundert blühte, Schriften, in denen seine Lehren und die Techniken der Meditation fortentwickelt wurden. Als Theravada (Hinayana) wurde er in Südost Asien (Sri Lanka, Burma, Thailand) verbreitet, als Mahayana in Ost Asien (China, Japan und Korea) und als Vajrayana in Nepal und Tibet. Der tibetische Buddhismus ist eine einzigartige Synthese aus allen drei Fahrzeugen oder Pfaden, die in Studium und Praxis - von Hinayana bis zu Vajrayana – aufeinander aufbauen.

 

Buddhismus in Tibet

Nach Tibet kam der Buddhismus in zwei Wellen. Die erste ereignete sich vom 7. bis zum 9. Jahrhundert, als Tibet auf der Höhe seiner Macht war und weite Teile Zentralasiens beherrschte. König Songtsen Gampo gab erste Übersetzungen buddhistischer Texte aus dem Sanskrit in Auftrag und sein Nachfolger, Trisong Detsun, unternahm große Anstrengungen, den Kern der buddhistischen Lehren ins Tibetische übersetzen zu lassen. Auf den Zusammenbruch ihres Reiches folgte jedoch ein „dunkles Zeitalter“ politischen und kulturellen Zerfalls.

Gegen Ende des 10. Jahrhunderts unternahmen Tibeter erneut Reisen über den Himalaya nach Indien auf der Suche nach buddhistischen Lehren und spirituellen Praktiken. Einige von ihnen besuchten große buddhistische Universitäten wie Nalanda, um Philosophie und Kunst zu studieren. Andere wanderten zu entlegenen Plätzen, um mündliche Unterweisungen durch verwirklichte Meditationsmeister zu erhalten. Hieraus entwickelten sich später verschiedene Traditionen der Scholastik und Meditation in Tibet.

Heute kennt man vier Haupt-Schulen des Tibetischen Buddhismus. Die Nyingma („alte Schule“) verfolgt ihre Ursprünge bis zur ersten Welle der Verbreitung des Buddhismus in Tibet zurück. Die Sarma („neue Schulen“) mit ihren Ausprägungen Sakya, Kagyü und Geluk entstand im Zuge der zweiten Welle. Einige Linien wie Sakya und Geluk betonen einen mehr intellektuellen Zugang zu den Lehren mit Hauptfokus auf ihrem Studium. Andere wie Kagyü und Nyingma unterstreichen die Bedeutung der Meditationspraxis, weshalb sie auch oft „Praxislinien“ genannt werden. Innerhalb jeder dieser Schulen werden die Lehren seit Jahrhunderten in ununterbrochener Nachfolge vom Lehrer an den Schüler weiter gegeben.

 

Shambhala

Der Gründer der Shambhala Gemeinschaft, Chögyam Trungpa Rinpoche, war als Abt des Surmang-Klosters und 11. Nachfolger in der Linie der Trungpa Tulkus Halter sowohl der Kagyü als auch der Nyingma Linie. Sein ältester Sohn und spiritueller Erbe, Sakyong Mipham Rinpoche, die Reinkarnation des berühmten Nyingmameisters Ju Mipham aus dem 19. Jahrhundert, folgt ihm in dieser Tradition.

Shambhala vereint also die Kagyü und Nyingma Linien des tibetischen Buddhismus mit den Shambhala-Lehren, die auf der Krieger-Tradition des legendären tibetischen Königs Gesar beruhen und in den 70er Jahren von Chögyam Trungpa Rinpoche eingeführt wurden.

In der „Shambhala Schule buddhistischer Studien“ werden diese buddhistischen und Shambhala-Lehren interessierten Studenten in vier Lehrzyklen aus Studium und Praxis vermittelt. Dabei werden sie in die drei Yanas oder „Fahrzeuge“ des buddhistischen Pfades ebenso eingeführt wie in den Pfad der Shambhala-Kriegerschaft.



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